[Autoreninterview] Interview mit Gabriele Gfrerer

Es ist wieder mal soweit! Ich durfte der Autorin Gabriele Gfrerer auf den Zahn fühlen und sie über ihr Leben als Schriftstellerin ausfragen.

Was dabei herausgekommen ist? Nun, lest selbst …


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© Gabriele Gfrerer

Liebe Gabriele, wie kam es, dass du mit dem Schreiben anfingst und wann war das? Um was ging es in deiner ersten Geschichte?

Als Jüngste von 5 Kindern habe ich von meinen vier älteren Geschwistern sehr früh Schreiben und Lesen gelernt. Schon mit 4 1/2 Jahren habe ich also meine Umwelt mit Geschichten aller Art beglückt. Zuerst habe ich (da Linkshänderin) meine Werke in Spiegelschrift verfasst, mangels Erfolg bei den Beschenkten mich dann aber recht bald der gängigen Schreibnorm und -richtung unterworfen. Erstlingswerke wie „Hoppels Osterfest“ oder „Piepsis erster Flug“ bezeugten bereits damals meine Tendenz zu intuitivem Spannungsaufbau und origineller Namensfindung. So ist es wahrscheinlich auch kein Spoiler, wenn ich verrate, dass es dabei um ein vorwitziges Osterhasen- bzw. Vogelkükenkind ging, die nach aufregenden Abenteuern abends wieder glücklich in den Schoß ihrer Familie zurückgekehrt sind.

 

Wusstest du sofort, dass du das Talent zum Schreiben hast?

Ganz ehrlich: In regelmäßigen Abständen zweifle ich bis heute immer wieder daran – vor allem, wenn ich wieder einmal einen Hänger habe und seitenweise Text produziere, den ich am nächsten Tag beim Korrekturlesen sofort wieder lösche. Die Momente, in den denen es dann wieder fließt und ich die Zeit übers Schreiben vergesse, hindern mich aber bis jetzt daran, das Schreiben endgültig aufzugeben.

 

Was macht dir am meisten Spaß an dieser Tätigkeit und was kannst du gar nicht leiden?

Es ist wie bei jeder Sucht: Manchmal geht mir der verzweifelte (und so schrecklich oft erfolglose) Versuch, meine Gedanken in die richtigen Worte zu fassen, unendlich auf die Nerven – aber wenn ich ein paar Tage (oder Wochen!) nicht zum Schreiben gekommen bin, werde ich total unruhig. Richtig viel Spaß macht es mir, einer Idee nachzuspüren, wenn sie sich gerade in mein Hirn gesetzt hat. Dann sammle ich alles, was mir dazu in die Quere kommt, lese, lausche, schnüffle in alle Richtungen. Dass mir dann immer genau die passenden Details wie von Zauberhand zufliegen, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Ich liebe es auch, mit Menschen zu sprechen, mich in ihre Gedankenwelt hineinzufühlen. Oder mir (je nach Thema) Personen auszudenken, denen ich nach und nach Gesicht, Geschichte und Charakter geben kann. Dann fühle ich mich wie ein Schöpfer meiner eigenen Welt. Ich liebe es, wenn ich in den Schreibflow gerate. Wenn mir meine Protagonisten so sehr vertrauen, dass sie mir alles von sich erzählen und ich ihnen nur mehr mit den Fingern auf den Tasten folgen brauche. Ich finde das Gefühl jedes Mal unbeschreiblich genial, wenn ich einen Roman abgeschlossen habe und dann mit glücklichem Grinsen durch die Wohnung springe. Ich kann es kaum erwarten, die Belegexemplare in den Händen zu halten. Das erste Mal die Seiten aufzuschlagen, die Druckfrische zu riechen, den Text mit ganz neuen Augen zu sehen – das sind die Glücksmomente, die ich in keinem anderen Beruf haben könnte. Und für die ich all die durcharbeiteten Nachtstunden, die neuen Runzeln auf meiner Stirn, die Krämpfe und Kämpfe mit meinem eigenen Schweinehund jedes Mal aufs Neue in Kauf nehme.

Was ich gar nicht toll finde? Miese Rezensionen, von denen ich nicht etwas lernen kann, sondern die mich nur verletzen. Ein Anruf vom Verlag, in dem er mir sagt, dass sich das neueste Werk nicht so gut verkauft, wie erhofft. Im gedruckten Buch Fehler finden. Wenn mir nichts einfällt, obwohl die Deadline schon verdächtig nahe rückt. Wenn ich bei der Hälfte der Geschichte draufkomme, dass ich einen Denkfehler in der Story habe.

 

31opias2bfgl-_sx264_bo1204203200_Wann kam der Wunsch, deine Geschichten zu veröffentlichen, und wie schwer war der Weg vom Hobbyautor zum „Professionellen“?

Die Idee, mit meinem Schreiben mehr Menschen erreichen zu wollen als meine unmittelbare familiäre und freundschaftliche Umgebung und meine Passion zur Profession zu erheben, kam relativ spät. 2005 schrieb ich innerhalb weniger Wochen den 600 Seiten umfassenden ersten Teil einer geplanten Fantasy-Trilogie und stolperte im Zuge meiner Veröffentlichungs-Pläne über ein Autoren-Forum, das mein Leben verändern sollte. Der Austausch mit teilweise schon in der Literaturszene etablierten Autoren im „Montsegur Autorenforum“ riss mir erst einmal die Rosa Brille von der Nase. Nachdem sich meine Schnappatmung wieder normalisiert und der Realitätssinn die Oberhand gewonnen hatte, wusste ich, was ich noch alles zu lernen hatte. Und schrieb. Und schloss wichtige Freundschaften. Und hatte wahnsinnig viel Glück.
Im November 2007 empfahl eine Autorenkollegin einer befreundeten Lektorin beim Thienemann-Verlag meinen jüngst fertig gestellten Krimi. Im September 2009 erschien mein erstes Buch „Schachzüge“ in eben diesem Verlag.

 

Was ist das für ein Gefühl, wenn man den ersten eigenen Roman in den Händen hält?

Unbeschreiblich. Ich bin ja Mutter von zwei (inzwischen erwachsenen) Kindern. Bücher zu kriegen ist ganz ähnlich – nur nicht so schmerzhaft :-)

 

Wurden alle deine Buchideen bis jetzt verlegt? Wenn nein, was waren das für welche, die sie nicht genommen haben und warum? Besteht noch eine gewisse Chance, dass auch diese irgendwann einmal veröffentlicht werden?

Es gibt ein paar Fantasy-Romane, die bisher noch auf meiner Festplatte schlummern. Und vermutlich ruhen sie da auch zu Recht. Die Grundideen mag ich zwar nach wie vor – und vielleicht krame ich sie ja irgendwann einmal wieder hervor. Bevor sie aber reif für eine Veröffentlichung wären, müsste ich sie wohl ziemlich stark überarbeiten – oder am besten in großen Teilen neu schreiben. Aber wer weiß? Vielleicht gibt es ja noch eine zweite Chance für sie? Wenn nicht, bin ich aber auch nicht traurig. Ich habe mit und an ihnen viel über das Schreiben gelernt. Und vielleicht dienen sie mir ja auch einmal als Steinbruch für etwas ganz Neues.

Wie kommst du zu deinen Ideen und wann weißt du, dass es sich lohnt, diese in einem Manuskript auszuformulieren?

Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch meine Heimatstadt. Beobachte Menschen bei ganz Alltäglichem, in ihrem Gruppenverhalten, bei Gesprächen in der U-Bahn, beim Einkaufen oder auch beim Tratschen im Büro.
Außerdem lese ich alle Nachrichten, die mir unter die Finger kommen – da vor allem Meldungen, die etwas Spannendes, Außergewöhnliches versprechen. Inspiration finde ich überall. Ein hingeworfener Satz, ein Plakat in der U-Bahn oder das Bruchstück eines mitgehörten Telefongesprächs können Bilder im Kopf auslösen oder mich dazu bringen, eine Geschichte „weiterzuspinnen“.
Es kann aber auch vorkommen, dass ich eine Anfrage von einem Verlag bekomme und dann ganz gezielt auf Themensuche gehe. Das ist allerdings die sperrigste Art, zu Ideen zu kommen, die auch nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Wenn ich beginne, von meinen Protagonisten zu träumen und mit ihnen zu sprechen, weiß ich, dass sie nicht Ruhe geben werden, bis ich ihre Geschichte aufgeschrieben habe. Weil ich nicht zu den Gesegneten gehöre, denen die Ideen täglich nur so um die Ohren fliegen, halte ich ziemlich lange an einem Einfall fest, bevor ich ihn als zu unergiebig für einen ganzen Roman abhake.

 

Kannst du uns ein bisschen etwas über den Alltag eines Schriftstellers erzählen? Gibt es irgendwelche Rituale, denen du beim Verfassen von Geschichten immer nachgehst? Zu welcher Tageszeit schreibst du am liebsten?

Mangels Bestseller in Millionenhöhe bin ich bisher dazu genötigt, meinen Lebensunterhalt mit einem Job zu verdienen, für den ich regelmäßig ausreichend Geld für Miete und andere lebenserhaltende Maßnahmen bekomme. Deswegen ist meine Schreibzeit auch auf die Nachtstunden bzw. das Wochenende beschränkt. Ich bin aber schon darauf gekommen, dass es mir auch nichts nützen würde, wenn ich über mehr Tagesfreizeit verfügen würde. Ich brauche fürs konzentrierte Arbeiten absolute Ruhe. Die Stille der Nacht bringt mich erst in die richtige Stimmung zum Eintauchen in meine Geschichte. Wenn alles um mich herum schläft, geht mein Schreibturbo erst so richtig los. So schreibe ich also in der Regel zwischen 23 Uhr und 4 Uhr Früh. (Schlafen wird ohnehin überbewertet ;-))

Rituale habe ich nicht sehr viele. Wenn man davon absieht, dass ich fast zwanghaft erst einmal fünf Runden zwischen Kühlschrank, Süßkram-Lade und Wasserkocher drehen muss, bevor ich es schaffe, mich endgültig am Schreibtisch niederzulassen.

 

Was ist immer auf deinem Schreibtisch zu finden?

Eine Teekanne mit Früchtetee und meine Lieblingstasse mit dem Eisbären drauf (alternativ auch die Tasse mit der Oooohhhmm-Katze – je nach Bedürfnis und Stimmung). Ein schwarzes Plüschschaf und der kleine braune Bär mit rotem Halstuch, den mir meine Freundin und Autorenkollegin Ruth Löbner geschenkt hat. Oft eine (oder beide) Katzen, wenn ich es schaffe, sie von der Tastatur zu verdrängen. Eine Schneekugel – auch mit Katze – an der ich immer rumspiele, wenn mir gerade nicht das richtige Wort einfällt.

Ach ja – und SCHOKOLADE!!!

 

Was haben deine Freunde und Familie zu deinem  Beruf als Autor gesagt und wie vereinbarst du das mit deinem anderen Beruf als Grafikerin?

Meine Familie ist wahnsinnig stolz darauf, eine Autorin in ihren Reihen zu haben. Sie unterstützen mich, schütten kübelweise Lob über mir aus und freuen sich mit mir über jede schöne Rezension, jede Erwähnung in der Zeitung – und natürlich über jede Neuerscheinung. Vor allem mein Sohn ist mein strengster Testleser. Mit ihm und mit meiner Tochter diskutiere ich oft stundenlang über einen Plot – was mir jedes Mal viele tolle Erkenntnisse schenkt.

Mein Job als Grafikerin macht mir zum Glück auch wirklich viel Spaß. Weil ich auch in diesem Beruf selbstständig bin und mir die Zeit meistens gut einteilen kann, lassen sich meine beiden Lieben sehr gut miteinander vereinbaren (abgesehen davon, dass ich manchmal ein Schlafwochenende einlegen muss, um meine Batterien wieder voll aufzuladen).

 

Welches deiner Bücher magst du am liebsten und warum?

Sobald ich zu schreiben beginne und mich auf eine Geschichte einlasse, verliebe ich mich nach und nach immer mehr in die handelnden Personen. So gesehen ist mir eigentlich immer das Buch am liebsten, an dem ich gerade arbeite.

Aber tatsächlich habe ich daneben noch ein echtes Herzenskind. Wahrscheinlich, weil ich damit am heftigsten gerungen habe. Und weil ich diesen Roman drei Mal neu geschrieben habe, bevor er sich „richtig“ angefühlt hat. Und weil ich im Zuge der Arbeit daran so viele wunderbare Menschen kennenlernen durfte. „Grenzenlos nah“ ist das Buch, das mich bis heute nicht losgelassen – und das auch meine Weltsicht stark verändert und neu geprägt hat.

 

Auf was bist du besonders stolz – eine Person oder eine Textpassage?

Ui – das ist eine schwere Frage. Ich bin wahnsinnig stolz auf meine zwei wunderbaren Kinder. Auch wenn ich dieses Glück eher als Geschenk empfinde, für das ich dankbar sein kann.

Textpassagen gibt es ein paar, über die ich mich freue, weil sie wirklich das zum Ausdruck bringen, was ich durch sie ausdrücken wollte. Aber das zu beurteilen kann ich eigentlich nur meinen Lesern überlassen.

 

Was ist das wichtigste beim Ausarbeiten eines Charakters und eines Plots?

Ich muss spüren, dass die Personen „wirklich“ werden. Dass sie sich mit mir unterhalten, mir ihre Geheimnisse verraten. Da kann es auch mal passieren, dass sie versuchen, mir ihre Vorstellungen aufzuschwatzen. Wenn das passiert, weiß ich, dass sie in der Geschichte funktionieren. Dass sie auch beim Lesen dann lebendig und authentisch ankommen. Wenn ich beim Weiterspinnen des Plots so richtig Herzklopfen kriege, dann passt es!

 

Gibst du deinen Protagonisten auch oft etwas von dir oder einer Person mit, die dir nahe steht?

Ich glaube schon, dass ich mich dem Einfluss, den die Umgebung auf mich ausübt, nie ganz entziehen kann. Gerade wenn es darum geht, mich in eine Person hineinzufühlen, spielen meine eigenen Vorlieben und Gedankennatürlich eine Rolle – und sei es nur, dass ich so ganz und gar nicht denken oder reagieren würde.

Ich bin überzeugt davon, erst lebendige Figuren erschaffen zu können, wenn ich mich in sie hineinfühlen kann. Dazu muss ich natürlich nicht zu einem Mörder werden, um Hass oder blinde Wut beschreiben zu können. Aber ich muss zu diesem Gefühl eine Analogie herstellen. Und das kann ich am besten, wenn ich mich daran erinnere, wie es sich in meinem Leben anfühlt.

Bei Personenbeschreibungen habe ich auch manchmal reale Personen vor Augen. da nehme ich aber immer nur kleine Details, sodass sich niemand wirklich wiedererkennen würde. Aber mancher ist schon ein Puzzle aus vielen verschiedenen Menschen, die ich wirklich schon mal irgendwo gesehen habe oder erlebt habe, wie sie reagieren, sprechen oder sich bewegen.

 

Du schreibst ja in verschiedenen Genre. Welches gefällt dir von diesen am besten und gibt es eines, das du bis jetzt noch nicht ausprobiert hast, aber immer schon einmal wolltest?

Jedes Genre hat seinen Reiz – deswegen kann ich mich immer sehr schwer entscheiden, was ich als nächstes tun will. Ein bisschen Spannung brauche ich aber in jedem meiner Romane, sonst ist mir beim Schreiben selbst langweilig. Insofern gibt‘s immer einen Hauch „Thrill“, auch wenn ich gerade an einer Beziehungs- oder Liebesgeschichte schreibe.

Wirklich reizen würde mich eine Rückkehr zu meinem Ausgangspunkt des Schreibens – zur Fantasy. Ich habe dazu auch schon einen Plot in der Schublade, dem ich sehr gerne als eines der nächsten Projekte auf die Beine helfen würde. Gleichzeitig arbeite ich aber auch an einem Plot, bei dem es wieder (wie bei „Grenzenlos nah“) um große Gefühle geht. Da es bei dieser Geschichte sogar schon 80 geschriebene Seiten gibt, könnte dieser Plot das Rennen um das nächste Projekt machen. Oder vielleicht doch die Thrilleridee, die mir seit ein paar Tagen durchs Hirn spukt …

 

Hast du selbst auch literarische Vorbilder?

Mein ganz großes Vorbild ist meine Schweizer Autorenkollegin Alice Gabathuler. Ihre präzise Sprache, der zielgerichtete, spannende Aufbau ihrer Romane und ihre eindrucksvolle Art, mit ihrem Publikum in Kontakt zu kommen, faszinieren mich und spornen mich immer wieder an. Ganz toll finde ich auch meine Freundin und bewunderte Kollegin Ursula Poznanski. Ihr „Erebos“ ist ein Meilenstein auf dem Sektor des (Jugend-)Thrillers. So einen phantastischen Plot würde ich gerne entwerfen können.

 

Als Autor erhältst du ja bestimmt nicht nur Lob – wie gehst du mit Kritik um?

Natürlich schmeichelt mir Lob und ich würde gerne nur positive Reaktionen auf mein Schreiben erhalten. es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass negative Kritiken spurlos an mir vorüber gingen. Soll es aber auch gar nicht! Ich stelle mich sehr, sehr gerne Kritik – wenn sie mir die Möglichkeit gibt, etwas daraus zu lernen, mein Schreiben zu verbessern, zu erfahren, wie mein Text auf andere wirkt. Was mich wirklich verletzt und was ich versuche, so schnell wie möglich auszublenden, um nicht davon blockiert zu werden, sind unsachliche Angriffe oder Ablehnung ohne Erklärungen. Doch zum Glück musste ich das noch nicht sehr oft erfahren.

 

Was würdest du den Menschen da draußen raten, die ebenfalls gerne schreiben und dies vielleicht sogar als Beruf ausüben möchten?

Wer es mit dem Schreiben wirklich ernst meint, muss sich erst einmal darauf einstellen, dass er viel, viel, viel Geduld haben muss. Vor allem mit sich selbst. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass ich gerade einmal ganz am Anfang meines „Könnens“ gestanden bin, als ich davon überzeugt war, dass die Welt für mich bereit stünde und nur auf meine Werke gewartet hat. Erst nach vielen Jahren, in denen ich buchstäblich tausende Seiten mit Text gefüllt hatte, habe ich gerade so viel dazugelernt gehabt, dass ich mich auf den Markt wagen durfte. Und bis jetzt habe ich immer noch das Gefühl, noch immer weiter und weiter lernen zu müssen.

Und das passiert im günstigsten Fall durch schreiben, schreiben, schreiben, schreiben … und das gewissen Quäntchen Glück.

Sehr zu empfehlen ist auch eine Mitgliedschaft in einem Schreibforum, in dem man als angehender Autor mit anderen, oft schon etablierten Schriftstellern an seinen Texten arbeiten kann. In jedem Fall sollte man bereit sein, Kritik auszuhalten, anzunehmen und daraus zu lernen.

Ein Kollegin hat einmal einen Spruch gesagt, den ich mir an den Schreibtisch gehängt habe: Wenn du aufhören kannst zu schreiben, dann tu es.

Nur wer nicht ohne das Schreiben leben kann, hält die Wartezeiten, die Durststrecken, die Phasen des Frusts und der Enttäuschungen durch, bis man seinem Ziel Stück für Stück, Schritt für Schritt, Versuch für Versuch, näher kommt.

 

Gibt es sonst noch etwas wichtiges, dass du über dich erzählen möchtest oder deine Leser unbedingt von dir wissen sollten?

Man sagt, die Summe aller Laster bleibt immer gleich. Wenn das so ist, dann teilen sich meine Süchte auf zwei Dinge auf: Schokolade und Schreiben. Das Schöne an beidem ist das Versprechen auf einen Genuss, der auf der Zunge zergeht, sich langsam im ganzen Körper ausbreitet und glücklich macht. So wie ich gerne neue Schokosorten ausprobiere, liebe ich das Eintauchen in immer wieder ganz unterschiedliche Geschichten und Themen. Eines haben sie aber gemeinsam: Ideen werden zu Büchern, wenn die Figuren es schaffen, mich zu packen, mich in ihre Welt eintauchen lassen und mir klar machen, dass es gerade nichts Wichtigeres gibt, als ihnen zuzuhören. Manchmal sind sie eifersüchtig, halsstarrig, liebevoll, neugierig, bockig, zärtlich, eigensinnig, lustig oder melancholisch … aber immer werden sie für eine Weile zum Zentrum all meiner Gedanken.

Ich wünsche mir, mit meinen Büchern ein bisschen was von der Freude und Faszination an meine Leser weitergeben zu können, die ich während des Schreibens empfinde. Und wenn sie nach dem Zuklappen noch eine Weile die Geschichte in sich spüren, ist das für mich das schönste Geschenk.

 

Zum Schluss, kurz und knackig: Bücher sind für mich…?

… die Eintrittskarte in eine Welt voller Wunder, Träume, Erlebnisse, Tiefen und Untiefen des Lebens, ohne die ich mich arm und unvollständig fühlen würde.

 

Liebe Gabriele, vielen Dank für die Geduld , die du beim Beantworten meiner Fragen aufgebracht hast. Ich hoffe auf noch viele weitere Bücher von dir und dass jedes davon ein Erfolg wird!

Liebe Anna, ich danke dir dafür, dass du mir den Raum gibst, über mich so viel erzählen zu dürfen. Ich freue mich sehr und bin stolz darauf, in die Riege so vieler toller Autoren aufgenommen zu sein, die du schon in deinem Blog interviewt hast.

Deine Fragen zu beantworten war superspannend und hat mir sehr viel Spaß gemacht!

Herzlich,

Gabi

Wenn ihr noch mehr über die Autorin fahren wollt …

Hier geht es zur Homepage der Autorin: Klick!

5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. StefanieEmmy
    Mrz 01, 2011 @ 07:30:21

    Richtig schönes Interview mit interessanten Fragen wie auch Antworten. Ich hab noch nichts von Frau Gfrerer gelesen, muss ich mal nachholen :)

    Antworten

  2. Gabriele Gfrerer
    Mrz 01, 2011 @ 11:14:17

    Das würde mich natürlich ganz besonders freuen :-))
    Noch einmal ganz herzlichen Dank an Anna, für die genialen Fragen!
    Herzliche Grüße
    Gabriele Gfrerer

    Antworten

  3. Merle
    Mrz 01, 2011 @ 15:40:49

    Ach Anna/Clee… wie schaffst du es, neben dem Lernen noch Artikel zu schreiben?
    Oh… wie schaffe ich es, die dann zu lesen? Ähm… xD
    Naja, ich hab mir auf deinen Rat hin ja schon Grenzenlos nah gekauft (übrigens hast du es mit deiner Rezension voll auf den Nagel getroffen, aber selbst wenn einem mal etwas nicht gefällt bei einem Buch, mag ich es durch deine Sichtweise dann doch wieder – das ist Manipulation! xDD aber ja nicht mit Absicht, deswegen vergebe ich dir! xD), was ich echt super fand – schreibst du zu den anderen Büchern hier auch eine Rezi? Dann hol ich mir das vielleicht als nächstes. :)
    Zu dem Interview: Klasse Fragen, aber auch tolle Antworten!

    Antworten

  4. buchfanatiker
    Mrz 01, 2011 @ 23:33:49

    Seufz! Ist ja gut – eine neue Autorin auf der Liste. Hey hör mal, wenn das so weiter geht, werde ich noch voll arm wegen deinem Blog und dem was du hier bringsch!
    Ein tadelnder aber auch wohlwollender Blick,

    der Buchfanatiker

    Antworten

  5. Clee
    Mrz 01, 2011 @ 23:35:14

    Liebe Gabi,

    nein, nein, nein. Ich danke dir, dass du sie mir so ausführlich beantwortet hast!

    Antworten

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