[Rezension] Antje Szillat – Alice im Netz

Heikles und reales Thema!

Alice im Netz

von Antje Szillat

Zweihorn Verlag, 2010

Broschiert, 155 Seiten

ISBN: 3935265484

6,95 €

Unter dem Namen „Rasende Rita“ führt Alice einen Blog, in dem sie über all die Skandale und anderen sensationswürdigen Geschehnisse berichtet, die am Käthe-Kollwitz-Gymnasium passieren.
Natürlich hatte sie damit gerechnet, dass deswegen der ein oder andere Schüler sauer auf sie sein würde, weil er in einem ihrer Artikel verrissen wird, aber niemals hätte sie es für möglich gehalten, bedroht zu werden. Doch das wurde Alice – von Jared. Jared, der alles über sie weiß, der behauptet, sie zu lieben, der sie sogar heimlich in ihrem Zimmer gefilmt hat, um das Video danach ins Internet zu stellen, und der sie bedroht hat.
Dadurch wird sich Alice erstmals bewusst, wie viel sie im Internet über sich preisgegeben hat und dass ihr all die Informationen jetzt zum Verhängnis werden können. Doch trotz dieser Bekenntnis ist es längst zu spät Jared zu entkommen, denn er ist da – ganz in ihrer Nähe, bereit sich zu nehmen, was er will.
Für Alice beginnt ein Alptraum, den sie des Nachts nicht einmal selbst zu träumen fähig gewesen wäre …

~*~

Die Thematik, welche Antje Szillat in ihrem Jugendbuch Alice im Netz behandelt, war für mich als Bloggerin natürlich höchst interessant und so war ich auf das Lesen dieses Buches sehr gespannt.
Zu meiner Reaktion, als das Buch nach dem Lesen wieder auf meinem Nachttisch landete, kann ich nur sagen: Ich bin sofort an meinen Laptop gestürmt, habe meinen Namen gegoogelt und nachgeschaut, was ich über mich so alles im World Wide Web finde. Zum Glück nicht viel, nur ein einzelnes Foto, das aufgrund des Interviews mit Nora Melling im Internet steht – aber wer weiß, ob das alles ist. Kein schönes Gefühl ist das, es nicht zu wissen … überhaupt kein schönes.
Somit zwingt einen Alice im Netz nicht nur zum Nachdenken und Revue passieren lassen „was habe ich schon alles über mich im Internet verraten?“ , sondern beunruhigt auch sehr.
Ich denken zwar nicht, dass mir das gleiche wie Alice passieren wird, aber genau das wird sich bestimmt auch jeder andere Jugendliche dort draußen denken – und genau deswegen kommt es eben zu solchen Horrorszenarien, weil die Menschen zu leichtgläubig und unbedacht sind. Daher lautet meine Devise ab sofort auch: „Vorsicht ist die Mutter der Weisheit“!

Die Personen waren in diesem Buch, bis auf Alice und ihrem Verfolger, leider alle ein wenig farblos, wenn nicht sogar stereotypisch. Doch das hat mich zum ersten Mal nur wenig an einem Buch gestört, weil dadurch die Wiederholbarkeit dieser Ereignisse nochmal deutlicher wurde – in jeder Stadt könnte in diesem Moment genau das gleiche geschehen.
Des Weiteren ist vieles, was ich als wichtig erachtet hätte, viel zu schnell abgehakt worden und hätte meiner Meinung nach mehr ausgebaut gehört, wie z.B. die Ereignisse nach Jareds Outing oder das Ende, wie Alice seelisch zu dem ganzen steht. Aber dennoch hat es gereicht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Somit wurde nämlich ebenfalls verdeutlich wird, wie schnell es passieren kann, dass du dich durch deine Internetaktivitäten in echte Gefahr bringst.

Gut wiederrum fand ich, dass die Schreckensszenarien durch eine zarte Liebesgeschichte ein bisschen Milderung erfahren haben, und dass die Autorin auch andere Themen wie Mobbing angesprochen hat, wenn auch nur kurz. Dadurch dürfte dieses Buch auch solchen Lesern zugänglicher sein, die normalerweise eher auf andere Bücher zurückgreifen oder alles meiden, was an die Werke erinnert, die in der Schule besprochen werden.

Ich denke auf jeden Fall, dass sich dieses Buch ausgezeichnet als Schullektüre eignet, vor allem, da die heutige Jugend tatsächlich „digitale natives“ sind, aber auch jeder andere sollte einmal in dieses oder ein ähnliches Buch einen Blick werfen. Das Thema ist heikel, aktuell und unglaublich wichtig – niemand sollte diesbezüglich die Augen verschließen, sondern sich dementsprechend verhalten, bevor es zu spät ist.

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Trackback: Farbsonnen-Challenge « Clee's Bücherwelt
  2. rena
    Mrz 31, 2011 @ 07:57:26

    ich hab mich auch grad mal gegooglet und hab beruhigend festgestellt, dass man mich (zumindest auf den ersten 11 Seiten nicht finden kann, die nachfolgenden Seiten hab ich mir nich angesehn) aber es gibt viele andere mit meinem Namen und die machen sehr interessante Dinge XD

    Antworten

    • cleesbuecherwelt
      Mrz 31, 2011 @ 11:18:14

      Ja, weiter als die esten 10 Seiten bin ich auch nicht gegangen.^^ Das werd ich jetzt vermutlich aber wirklich öfter machen …
      Bei mir gibt es auch einige, die den selben Namen tragen. Allerdings kommen die, wie ich bis jetzt gesehen habe, alle nicht aus Deutschland, womit eine Verwechslung schon mal unwahrscheinlicher ist … xD

      Antworten

  3. Peter bauer
    Mrz 31, 2011 @ 15:44:03

    Hallo Clee,gute Wahl dieses doch aktuelle Thema bei deinem neusten Buch ALICE IM NETZ .Schau auch ruhig aml bei meiner Biblo in das Regal Übersehen da sind noch so ähnliche Bücher drin besonders DIE CHATROOMFALLE denn dort ist die Autorin sogar selbst Kriminialbeamtin bei der holländischen Polizei in der Abteilung JUGEND und INTERNET also da kann amn auch nicht sagen “ alles übertrieben oder unrealistisch „.Auf meiner Page bei Homepageinfos hab ich auch aml darüber geschrieben was man so beachten sollte wenn man bloggt um später im Berufsleben keine Nachteile zu erleiden.LG PETER

    Antworten

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