[Buchfriedhof] Meg Cabot – Eternity

Eternity

von Meg Cabot

Blanvalet Verlag, 2010

Broschiert, 512 Seiten

ISBN: 978-3-7645-0377-2

14,99 €

Meena verabscheut Vampire und die Vorstellung, solche Blutsauger in die renommiere Soap „Eternity“ reinschreiben zu müssen, ebenso wie die Tatsache, dass nicht sie die Stelle des Head-Autors erhalten hat. Doch das ist nicht das alles, was momentan in ihrem Leben schiefläuft. Zu allem Übel wird sie während eines Spaziergangs mit ihrem Hund auch noch von einer Scharr Fledermäuse angegriffen. Gerade noch rechtzeitig wird sie von einem Passanten namens Lucian gerettet, der sie durch seine charmante Art und sein unglaublich gutes Aussehen sofort alle Probleme vergessen lässt.
Allerdings nicht für lange Zeit, denn als sie eines Abends nach Hause geht, trifft sie dort einen Mann namens Alaric in ihrer Wohnung, der behauptet, Vampirjäger zu sein.
Schon wieder diese Vampire!, doch dieses Mal scheinen sie eine reale Bedrohung zu sein – für ihr Leben, wie auch ihr Herz, denn es stellt sich heraus, dass auch Meenas neuste Liebschaft Lucian einer ist. Aber kein gewöhnlicher Blutsauger, sondern der Prinz der Vampire, der aus Bukarest angereist ist, um einer Mordserie auf den Grund zu gehen, die seit kurzem ganz New York in Aufruhr versetzt …

~*~

Eines muss man Frau Cabot und ihrem Buch Eternity lassen – sie erfüllt zu vollen Prozent das Klischee eines amerikanischen Vampirromans.
Das fängt schon bei der Beziehung zwischen den Protagonisten an: Der perfekt aussehende Vampirprinz und die eher unauffällige, aber eigentlich atemberaubend schöne Menschenfrau verlieben sich bei ihrer zweiten Begegnung Hals über Kopf ineinander, nachdem er ihr während ihres ersten Aufeinandertreffens das Leben gerettet hat, doch da es dunkel war, sich ihr nicht gleich von Anfang an in seiner Vollkommenheit präsentieren konnte. Sonst wäre ihm vermutlich schon nach dem ersten Anblick ihr Herz entgegengeflogen. Immerhin ein paar Stunden Schonzeit.
Eigentlich hat unsere vampirische Perfektion auf zwei Beinen ja kein Interesse an Menschenfrauen, aber da ist etwas an dieser Meena Harper, das ihn fasziniert und augenblicklich ein Gefühl der unbändigen Leidenschaft in ihm auslöst, dass er sie auch sogleich in sein Luxuszimmer schleppen muss, um sie nach allen Regeln der Kunst zu vernaschen. Aber selbstverständlich nur körperlich, denn ein Biss würde ihr Leben ja für immer zerstören, was er ihr unmöglich antun kann.
Wie selbstlos von ihm.
Die liebe Meena hat natürlich auch rein gar nichts dagegen – wer könnte sich einem solchen Mann schon entziehen?
Oh bitte, hatten wir das nicht schon oft genug?

Wirklich enttäuscht war ich jedoch am meisten von Meenas Entwicklung. Am Anfang war ich noch positiv überrascht von der taffen, selbstbewussten Drehbuchautorin der TV-Soap Eternity, welche einen unzähmbaren Gräuel gegenüber Vampiren hegt, die ihrer Meinung nach alle sexistisch sind, da sie sich nur schöne Frauen an die Seite holen, und die Frauen für idiotisch hält, die auf diese Strahlemänner-Mythen mit übertrieben Beißdrang „stehen“. Deswegen sträubt sich auch alles in ihr gegen den Gedanken, aus Eternity eine Vampirserie zu machen, was nur aufgrund der Einschaltquoten geschehen soll – na, da hätte sich Meg Cabot lieber einmal ein Beispiel an ihrer Heldin genommen.
Man muss Meena wirklich zu Gute halten:  sie hat keine Ahnung, dass ihre Neueroberung in Form eines rumänischen Prinzen ein Blutsauger ist, aber kaum taucht er auf, wird sie zu genau einer solchen Frau, gegen die sie davor noch gewettert hat. Da ist kein Platz mehr für die Entfaltung ihrer anfangs dargestellten Persönlichkeit, wo sie doch ununterbrochen ihren Prinzen anschmachten muss und sich den Kopf darüber zermartert, wie sie ihn glücklich machen kann.
Wenn man diese ganzen Vampirbücher liest, könnte man meinen, dass Frau ohne Mann überhaupt nicht mehr auskommt oder nur dazu da ist, Mann glücklich zu machen.

Die anfängliche Meena hat mir wirklich sehr gut gefallen, ebenso die Idee mit der TV-Soap Eternity oder Meenas Gabe, die immer vorrausieht, wann und wie ein Mensch stirbt. Doch leider hat das nicht ausgereicht, um mein Interesse an Eternity zu halten, da diese wohl auch eher nebensächlich aufgetreten ist.
Und da sich hier hinzu noch eine dieser banalen Dreiecksbeziehungen anzubahnen scheint, die mein Leserherz nun wirklich nicht mehr aushält, war es das leider für mich mit dieser Reihe.

2016 Abgebrochen Clee

 

7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Merle
    Apr 22, 2011 @ 20:19:53

    Also momentan hast du echt Pech mit deinen Büchern … mein Beileid. -.- Mit dem hier kann ich dir nur zustimmen! Hast meine Kritikpunkte auche voll auf den Punkt getroffen! Unser Geschmack gleicht sich echt! *g* Sehr praktisch!

    Antworten

  2. Sabine
    Apr 22, 2011 @ 20:38:22

    Schade – und dachte eigentlich, das Buch wäre gut…

    LG, Sabine

    Antworten

    • Clee
      Apr 22, 2011 @ 20:50:13

      Das war es am Anfang, aber dann als der Vampir Lucian ins Spiel kam … *seufz* Aber wer weiß, vielleicht gefällt es jemand anderem besser? Das ist ja nur meine Meinung. :) Vielleicht sagt mir auch jemand, dass das Ende SO überzeugend ist, dass ich mich einfach unbedingt durchbeißen und beide Augen ganz oft zudrücken muss. :)

      Antworten

  3. Raike
    Apr 23, 2011 @ 21:26:32

    Oh man – ich wünsch dir echt, dass du bald wieder ein Buch findest, dass dich begeistert!

    Antworten

  4. Claudia
    Mai 09, 2011 @ 17:04:13

    Großartig! Ich habe selten so gelacht beim Lesen einer Rezension.
    Rezis von schlechten Büchern machen einfach mehr Spaß!
    Lg

    Antworten

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