[Rezension] Scott Westerfeld – Behemoth. Im Labyrinth der Macht

Behemoth – Im Labyrinth der Macht

von Scott Westerfeld

cbj Kinder- und Jugendbuchverlag, 2011

Gebunden mt Schutzumschlag, 512 Seiten

ISBN: 978-3-570-13993-6
 
17,99 €
 

Nach einer wilden Verfolgungsjagd landet das Luftschiff »Leviathan« in Konstantinopel. Doch dort erwartet die Crew eine böse Überraschung: Es gelingt ihnen zwar, dem Sultan ihr Geschenk zu überbringen – doch der hat sich bereits anderweitig verbündet, und ihre Friedensmission endet in einem völligen Desaster! Allein und von Feinden gejagt, finden sich Alek und Deryn im vor Unruhe brodelnden Konstantinopel wieder. Doch sie haben einen außergewöhnlichen Trumpf in der Hand: Nur sie wissen von den Plänen der Briten, das sagenhafte Meer-Ungeheuer »Behemoth« ins Osmanische Reich zu leiten … Umgeben von Verrätern und überraschenden neuen Verbündeten muss Alek zum ersten Mal seine eigenen Entscheidungen treffen.

~*~

Ich hab eine ganze Weile für das Lesen dieses Buches gebraucht, allerdings nicht, weil ich daran etwas auszusetzen habe, sondern weil ich möglichst lange etwas davon habe wollte – bis zum dritten Teil darf man ja wiedermal eine Ewigkeit warten.
Mit Behemoth ist Scott Westerfeld auf alle Fälle ein würdiger Nachfolger gelungen, der direkt an das Ende des ersten Bandes anschließt.
Auch hier werden geschickt die historischen Ereignisse um die politischen Ränkespielchen im ersten Weltkrieg in Scotts alternatives Zukunftsszenario eingebettet.
Während in „Leviathan“ das Augenmerk mehr noch auf der Kultur der Darwinisten lag und auf deren Städte eingegangen wurde, so bekommt man jetzt vorgezeigt, wie es bei den Mechanisten aussieht (immer von den anschaulichen Zeichnungen Thompsons begleitet).
Ich vermag gar nicht zu sagen, zu wem der beiden Völkergruppen ich mich mehr zugehörig fühle, da mich beide gleicher Maßen faszinieren.
Dass es bei den Protagonisten zu demselben Gefühlszwiespalt gekommen ist, fand ich äußerst gelungen beschrieben – vielerlei Vorurteile entpuppen sich letztendlich eben doch nur als die Irrsinnigen Gedanken, halsstarriger und unwissender Menschen, und es ist wichtig, das auch zu erkennen. Andernfalls wäre die Freundschaft zwischen Deryn und Alek wohl eher in Feindschaft gemündet und dieses Abenteuer nie zustande gekommen.

Eine Entwicklung in deren Beziehung hat auf beiden Seiten stattgefunden, wenn auch nicht unbedingt in gleicher Weise. Alek hat im ersten Buch der sich als Dylan ausgebenden Deryn zwar durchaus vertraut, doch dieses Gefühl reichte nicht tief. In Behemoth allerdings scheint es sich ins Unerschütterliche gesteigert zu haben – wollen wir einmal hoffen, dass Deryns Geheimnis diesem nicht einen ganz so großen Knacks verpasst, wenn er dahinter kommt.
Deryn hingegen beginnt Alek nicht mehr nur als einen „brüllenden Prinzen“ oder Freund anzusehen – auch hier reichen die Gefühle tiefer, was dazu führt, dass in einigen kurzen Momenten ihr wahres, weibliches Ich ans Tageslicht tritt. Leider bleibt dies nicht unbemerkt und die Liste der Wissenden wird immer länger.
Doch die bisher einseitige Liebesgeschichte wurde nicht, wie von mir befürchtet, ins Rampenlicht gestellt, sondern blieb der eigentlichen Handlung untergeordnet.
Es wäre auch eine Schande gewesen, wenn die fluchende, eigensinnige und stets entschlossene Deryn zu einem liebeskranken „Mädel“ mutiert wäre, das vor lauter Gefühlsduselei den Kopf verliert.
Vielen wird es vielleicht nicht gefallen, dass dieser Aspekt der Geschichte tatsächlich so wenig behandelt wurde, aber etwas muss ja auch noch für den dritten Teil bleiben, und ich würde behaupten, dass im Angesicht des Krieges ein kühler Kopf wichtiger ist, als einer voller Schmachtereien.

Wir erfahren auch endlich, was in diesen geheimnisvollen Eiern von Dr. Barlow gebrütet hat – und glaubt mir, ich habe nicht schlecht gestaunt, als sich mir die besondere Gabe dieser Wesen offenbarte.
Ich stelle mir deren Gesellschaft so unterhaltsam, wie auch anstrengend vor.

Allen Lesern, die schon von Leviathan begeistert waren, kann ich Behemoth nur ans Herz legen. Es werden genügend ehemals offene Fragen aus dem ersten Band aufgeklärt und neue gestellt, womit meine Vorfreude auf den dritten Teil gewiss ist!

2016 Rezi-Kleeblatt

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. StefanieEmmy
    Mai 13, 2011 @ 07:49:22

    Ich freu mich so drauf! Allein die Bilder :D

    Antworten

    • Clee
      Mai 13, 2011 @ 08:18:04

      Ja, die waren wieder klasse! :) Ich brauch unbedingt den dritten Teil! Aber vor Anfang nächsten Jahres wird das eh nichts mehr … *seufz*

      Antworten

  2. StefanieEmmy
    Mai 13, 2011 @ 15:17:20

    Naja, den zweiten haben sie ja auch ein halbes Jahr nach dem ersten rausgebracht. Der dritte erscheint im Herbst auf Englisch. Möglich, dass das deutsche Buch parallel oder nur wenig danach kommt +hoff+

    Antworten

    • Clee
      Mai 13, 2011 @ 15:26:39

      Ja, schon … vielleicht haben wir ja Glück. :) Bis jetzt steht zwar noch nichts auf deren HP, aber vielleicht auch nur nicht, weil noch kein Cover, Titel etc. da ist? *ebenfalls hoff*

      Antworten

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