[Rezension] Lynn Raven – Blutbraut

Blutbraut

von Lynn Raven

cbt, 2011

Broschiert, 736 Seiten

ISBN: 357016070X

14,99 €

Leseprobe

Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine „Blutbraut“, und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu aber müsste sie ihm ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint.

Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut …

Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, welches die wahren Motive für sein Handeln sind …

~*~

Nachdem ich vor einiger Zeit den Kuss des Kjer verschlungen habe – ein Buch, das einfach grandios gut und begnadet berührend ist -, war ich sehr gespannt darauf, wie mir Blutbraut gefallen würde.

In Blutbraut scheint Lynn Raven ihr Augenmerk dieses Mal nicht auf die Charaktere, sondern mehr auf das Drumherum gelegt zu haben, somit ist dieser Roman für mich das komplette Gegenteil zu Der Kuss des Kjer.
Einerseits hat das dazu geführt, dass ich sehr gerne über Vampire gelesen habe, denn Raven führt hier eine für mich vollkommen neuen Idee zu den Blutsaugern und deren Hintergrund auf, doch andererseits war ich dadurch von den Protagonisten enttäuscht.
Lucinda ist ein liebenswürdiges ‚Ding‘, das mit ihrer hellen Haut, der attraktiven Schale, ihrer leichten Nutzlosigkeit, dem Hang zur kopflosen Flucht und dem kostbaren Blut wirklich die perfekte (Blut-) Braut für den sich in im eigenen Leid suhlenden Joaquín ist. Diese Worte klingen hart, aber wenn man zuvor eine Lianas und einen Mordan hatte …
Ich will nicht sagen, dass mir dieses Klischeé missfallen hat, denn es passte einfach in dieses Buch und im Bezug zu Lucs und Joas Vorgeschichte auch zu deren Personen, dennoch hätte ich mir mehr erwartet. Vor allem hat eine Frau doch wohl mehr zu bieten, als den äußeren Schein und die Hand, die sich am Arm des Helden festklammert, oder?
Und selbstverständlich erhofft sich jede einen verständnisvollen Kerl, der lieber zurücksteckt, als einen zu verletzten. Allerdings würde ich mir von meinem Traummann wünschen auch mal öfter auf den Tisch zu hauen und seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen – ich wollte keinen Märtyrer an meiner Seite. Wenn er dann draufgeht, habe ich auch nichts davon.
Auch weiß ich nicht genau, was sich die Autorin dieses Mal beim Schreiben gedacht hat. Ich habe ihre Hypotaxen in den anderen Büchern weder für störend, besonders auffallend oder anstrengend zu lesen empfunden. Sie waren genau richtig. Deshalb verstehe ich es einfach nicht, warum sie sich hier in Ellipsen und Parataxen geflüchtet und sicherlich doppelt so viele Punkte wie Kommas verwendet hat. Das hat den Lesefluss immer wieder unterbrochen und auch wenn es nicht durchweg so war, genervt.
Ansonsten jedoch muss ich der Autorin mein Kompliment aussprechen. Zwar herrschte in diesem Buch durchaus eine gewisse Schwarz-Weiß-Malerei, arge ‚Um den Brei Herumrederei (das geht an Joas Adresse) und Abhauerei (im Falle von Luc)‘, doch die ganzen Intrigen, Wendungen im Geschehen und spannungsreichen Passagen haben das wieder wett gemacht. Wir haben hier ein gut durchdachtes Gesellschaftsbild vor uns, in welches das Paranormale ganz natürlich eingegliedert wurde. Ebenso haben wir interessante Nebencharaktere, deren wahre Gesichter erst im späteren Verlaufe des Buches hervorgetreten und die einem in einigen Fällen sogar richtig ans Herz gewachsen sind. Besonders Rafael und den nach Lavendel duftenden Poltergeist mochte ich.Leider jedoch sind die Minuspunkte an diesem Roman nicht so leichtgewichtig, dass ich sie einfach übergehen könnte.
Wer sich an dem Klischeépärchentypus ‚Vampir-Sterbliche‘ nicht stört, dürfte hieran seine Freude haben. Für mich war es ebenfalls eine tolle Geschichte, doch leider nicht mehr.

25 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Sonja
    Nov 25, 2011 @ 05:49:30

    Meiner Meinung nach waren Luz und Joaquín ja grade nicht das Klischee eines Pärchens – ich fand ihre Beziehung geradezu…mjam ;) Ich bin kein Vampirfan, überhaupt nicht, aber hier hat’s mir sogar richtig gut gefallen – naja, ich habe auch noch kein anderes Buch der Autorin gelesen…
    Aber jeder hat eine andere Meinung – schöne Rezension, auch trotzdem gut nachzuvollziehen :)

    Antworten

    • Clee
      Nov 25, 2011 @ 07:40:49

      Danke! ;)

      Weißt du, ich hab mir auch vorgenommen, dass Buch in ein paar Wochen nochmal zu lesen. Ich bin da einfach doch mit zu großen Erwartungen dran gegangen, weil jemand zu mir meinte, das wäre das zweite Mordan-Lijanas-Pärchen und das sind wirklich GANZ GROSSE SCHUHE! -.- Da bin ich jetzt einfach sehr enttäuscht gewesen …
      Wie gesagt, ich verstehe dich, denn sie haben ja gepasst, aber … du verstehst^^

      Antworten

  2. Sarah Fenger
    Nov 25, 2011 @ 07:17:34

    Ich habe noch gar kein Buch der Autorin gelesen. Aber irgendwie schwärmen immer alle so von „Der Kuss des Kjer“. Ich glaube ich muss mir das doch mal wünschen/kaufen :-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

    Antworten

  3. Fina
    Nov 25, 2011 @ 09:29:41

    Ich habe „Blutbraut“ gemocht, war aber auch etwas enttäuscht, weil ich nach „Der Kuss des Kjer“ so hohe Erwartungen hatte.
    Dieses Buch ist einfach sooo toll! *schwärm*

    Antworten

    • Clee
      Nov 25, 2011 @ 09:46:01

      Jaaa, nicht wahr? *_* Mir gings genauso. Sehr unfair der „Blutbraut“ gegenüber, aber … vielleicht kann ich es in ein paar Wochen nochmal unanbhängig dieser Erwartung lesen und finde es dann besser? Denn viele lieben es einfach, aber … Na ja, wohl nicht … oder? Ach, keine Ahnung. xD

      Antworten

  4. Tina S.
    Nov 25, 2011 @ 09:46:58

    ENDLICH JEMAND MEINER MEINUNG! DANKE!

    Antworten

  5. Nola
    Nov 25, 2011 @ 09:55:59

    Ich kann dich sehr gut !!! verstehen! Bis jetzt habe ich nur Lob gehört und eben diese Dinge wie Schreibstil + Charakterklischee wurden immer übergangen. Ich bin echt froh, dass ich deinen Blog entdeckt habe – du preist nicht nur an. Und wenn jemand wie du „Der Kuss des Kjer“ so sehr „vergöttert“ ;), dann wird es das allererste Buch sein, das ich als nächstes lese. *smile*

    Antworten

  6. Merle
    Nov 25, 2011 @ 14:37:12

    … Würdest du es mir trotzdem empfehlen?

    Antworten

    • Clee
      Nov 25, 2011 @ 17:41:51

      Hm … wenn dich der Schreibstil (siehe Leseprobe) nicht imens stört und du auch nichts gegen oben genannte Kritikpunkte hast … why not?

      Antworten

  7. Büchersüchtig
    Nov 25, 2011 @ 17:37:16

    Hallo liebe Anna,

    nachdem ich schon „Der Kuss des Kjer“ nur mittelmäßig fand (bitte nicht schlagen), werde ich mir „Blutbraut“ erst gar nicht antun. Aber es ja nicht jedem alles gefallen. ;-)

    Liebe Grüße von
    Sabine

    Antworten

    • Büchersüchtig
      Nov 25, 2011 @ 17:38:20

      PS: Es sollte heißen „Aber es kann ja nicht jedem alles gefallen.“
      Das kommt davon, wenn man nicht Korrektur liest und zu schnell abspeichert. :-)

      Antworten

      • Clee
        Nov 25, 2011 @ 17:40:23

        Ich hab dich schon verstanden ;)

        XD COOL! Ehrlich gesagt, finde ich es spannend, jemanden zu kennen, der das Buch nicht mag – oh, obwohl … eine Freundin mochte es auch nicht.
        Ich mags deswegen ja nicht weniger. ;)
        Warum mochtest du es nicht? Das interessiert mich ehrlich. *gespannt bin*

  8. kleinbrina
    Nov 25, 2011 @ 22:58:08

    Schöne Rezi.

    Ich bin immer noch hin- und hergerissen und weiß nicht so recht, ob dieses Buch wirklich etwas für mich ist. Der Klappentext liest sich super, das Cover sieht toll aus, aber dennoch hält mich irgendwas davon ab, es zu lesen

    Antworten

    • cleesbuecherwelt
      Dez 03, 2011 @ 20:00:48

      Danke :)

      Hm … hast du „Der Kuss des Kjer“ schon gelesen? ;)
      Also sagen wir mal so … das Buch ist wirklich nicht schlecht, aber ich war dennoch enttäuscht, weil ich von ihr anderes gewöhnt bin. Vielleicht möchtest du einfach mal in die Leseprobe reinlesen, es dir sonst irgendwo leihen oder … du könntest bei meinem Gewinnspielt mitmachen, da gibts das zu gewinnen und dann wäre kein Geld verloren, sollte es dir doch nicht gefallen?

      Antworten

  9. Charlousie
    Dez 02, 2011 @ 20:08:08

    *Schnief*, mich hat dieses Buch so berührt… Hmmm, hmm, aber ich habe „Kuss des Kjer“ ja auch (noch) nicht gelesen. Ich weiß, dass du es in den Himmel lobst und ich habe auch wirklich vor, das noch zu lesen, aber wenn es echt besser als „Blutbraut“ sein sollte, werde ich vermutlich vor Freude an einem Herzinfarkt sterben^^

    Antworten

  10. Charlousie
    Dez 04, 2011 @ 20:17:26

    Looool!!
    Dann sollte ich das Buch also doch lieber nicht lesen! ;)
    Steht bei „Elysia“ schon ein genaues Erscheinungsdatum fest?
    Und irgendwie bist du zurzeit die reinste „Rezensionsfabrik“, schläfst du eig. noch?^^ (Spaß muss sein, aber das ist bei dir gerade echt irre, wahrscheinlich haben sich ein paar Rezensionen angesammelt?) Eigentlich auch unwichtig, nur ich staune einfach, wieviele „Sevenwaters“ Teile es jetzt schon augenscheinlich gibt… o_O

    Antworten

  11. Tanja
    Dez 11, 2011 @ 17:38:29

    Also doch nicht zum Empfehelen, oder?
    Wann erscheint dein Buch?
    Wie hast du es geschafft ein Buch zu schreiben?
    Hat es bei dir und deinem Roman geflutscht oder musstest du dich auch mit Schreibblokaden rumärgern?

    Antworten

    • Tanja
      Dez 11, 2011 @ 17:39:12

      es sollte empfehlen heissen, sorry

      Antworten

    • cleesbuecherwelt
      Dez 11, 2011 @ 18:13:30

      Das ist so ein Buch, da bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich es empfehlen soll oder nicht. Definitiv ist es eins, das viele Fans finden wird, aber nicht so eines wie „Der Kuss des Kjer“ das fast ausnahmslos begeistert.

      Mein Buch erscheint vermutlich (!) Ende nächsten Jahres, weil es aus verlagsinternen Gründen so beschlossen wurde.
      Wie ich es geschafft habe? Nun, ich habe einfach nicht genauer darüber nachgedacht sondern einfach angefangen. Ich bin auch nicht mit dem Vorsatz „ich schreib jetzt ein Buch“ an die ganze Sache herangegangen oder hab beschlossen, dass ich das veröffentlichen will. Ich hab einfach gemacht und geschrieben, wie es eben aus der Hirnwerkstatt kam. Dass das ganze jetzt auf ein Buch hinausläuft, überrascht mich selbst am meisten. xD
      Schreibblockaden? Wegen habe ich bestimmt jetzt schon das eine oder andere graue Haar! Die kommen aber meistens nur, wenn ich z.B. wegen dem Lernen länger nicht geschrieben habe und dann wieder reinkommen muss, doch nicht weiß, wo anfangen … *seufz*

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