[Spionin on Tour] Blicke, die tief in die Schreibarbeit der Autoren reichen

2016 clee spionin on tour

Hallo meine Lieben,

nachdem ich dem Tod durch Vergoldung gerade noch so von der Schippe gesprungen bin, komme ich auch zum Glück wieder zum Posten. Und ihr werdet staunen, was mich in meinem Heimbüro erreicht hat, während ich in einem goldenen Käfig um mein Überleben bangen musste … Sabrina Qunaj hat mir ihren unveröffentlichten Prolog zu Teufelsherz zukommen lassen, um ihn hier mit euch zu teilen. Ganz exklusiv und einmalig!

Ich habe erfahren, dass der Prolog nicht wie bei ihrer Elvion-Reihe ins Buch kam, da er für das Jugendbuchgenre nicht „passend“ war. Das kann ich ja mal gar nicht verstehen, aber lest selbst:

Prolog

Sie sind überall. Die Grenzen, die uns befehlen wollen, wie weit wir gehen können. Gleich einer Mauer aus massivem Stein, himmelhoch und unüberwindbar. Sie versperren den Weg, locken und verhöhnen uns. Und doch klettern wir. Immer höher, unaufhaltsam, fürchten nicht den Fall. Denn wir wissen, er wird kommen. Schnell und ohne Vorwarnung. Wir straucheln und fallen. Ist es nicht das, was eine Grenze ausmacht? Macht sie die andere Seite nicht erst zu dem, was sie ist? Die Unerreichbarkeit, die so begehrenswert erscheint? Sie sind überall. Die Grenzen, die uns befehlen wollen, wie weit wir gehen können. Nicht mehr als eine blasse Linie, ein Gedanke, ein Wort. Unüberwindbar und doch sehnsüchtig verlangt. Wir straucheln und fallen. Weiter und tiefer in den Abgrund, ohne Angst, dem Boden entgegen. Wir straucheln und fallen. Und werden wieder aufgehoben.

Copyright © 2012 by Sabrina Qunaj

Dieses Jugendbuch zählt für mich mit zu den gelungensten überhaupt aus dem Genre. Warum? Das werde ich bald in einer Rezension näher erläutern.

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Aber das ist nicht das einzige Schmankerl, das ich für euchb habe. Susanne Gerdom hat mir ebenfalls eine Exklusiv-Leseprobe von ihrem neusten Buch Das Haus am Abgrund zukommen lassen, das am 05.02.13 bei Bloomoon erscheinen wird:

LESEPROBE

„Ich muss ins Dorf, ein paar Sachen einkaufen. Kommst du mit?“ Jonathan stellte seine Tasse ab und sah mich fragend an.

Toby ließ seine Zeitung sinken. „Ich brauche eine Druckerpatrone“, sagte er. „Und Papier. Und Lakritzbonbons.“ Die Zeitung fuhr hoch wie ein Rolltor und schloss jede weitere Unterhaltung aus. Jonathan und ich grinsten uns an. Das war Toby, wie er leibte und lebte.

Jonathan lehnte sich zurück und faltete die Hände über dem Bauch. Er fuhr mit der Zunge über seine Zähne und musterte mich nachdenklich. „Welches Unglück ist eigentlich unserer unschuldigen Wäsche widerfahren?“

Ich steckte hastig ein zu großes Stück Toast mit Rührei in den Mund und nuschelte etwas darum herum. „Mffe nfgmm gfffbmm brrm.“

Jonathan nickte mehrmals ernst. „So etwas in der Art hatte ich mir gedacht.“ Die Fältchen um seine Augen vertieften sich. „Ein Mini-Tornado, dann ein unvermutetes lokales Gewitter und zum Schluss hat ein Meteoritentreffer dem Ganzen das Finish verliehen. Dafür sieht sie sogar noch recht gut aus, muss ich zugeben.“

Ich trank meine Tasse leer und wich seinem Blick aus.

„Schokolade und Heftpflaster“, warf Toby ein.

Jonathan lachte grollend und stand auf. Er räumte mit ein paar Handbewegungen das gebrauchte Geschirr auf ein Tablett, drückte es mir in die Hände und nickte mir zu. „In zehn Minuten am Auto.“

Ich räumte das Geschirr in die Spülmaschine und stellte sie an. Dann lehnte ich mich an den Herd und sah aus dem Fenster. Der Anblick des alten Herrenhauses faszinierte mich. Es war irgendwie unheimlich. Egal, wie hell die Sonne schien, die Mauern sahen immer gleich finster und düster aus, als wäre dort ewig Nacht. Und manchmal nachts schimmerten die Schindeln auf dem Dach wie vom Mond beleuchtet, auch bei Neumond oder wenn Wolken den Himmel verdeckten.

War dort eine Bewegung hinter dem Fenster im oberen Stock? Dort schienen Gardinen zu hängen, oder es stand jemand in weißen Kleidern hinter der Scheibe. Ich beugte mich weiter vor und kniff die Augen zusammen. Ich hatte bisher nur ein- oder zweimal beobachten können, dass abends Licht durch eins der Fenster schien.

Falls dort überhaupt jemand wohnte. Keine Autos. Keine Fahrräder. Niemand auf dem Grundstück. Wahrscheinlich war das Haus verlassen und ich hatte mich mit den Lichtern nur getäuscht.

Als ich das gerade dachte, öffnete sich die Hintertür und eine schmale Gestalt in hellen Kleidern trat heraus. Sie blieb einen Moment lang dort stehen, hob das Gesicht ins Sonnenlicht, und ihr Haar schimmerte, als würde es von innen leuchten. Das war das Mädchen von gestern!

Ich drückte mein Gesicht gegen das Küchenfenster. Sie trug einen braven knielangen Rock und eine gemusterte Bluse, weiße Söckchen und flache Schuhe. Ein erstaunlicher Anblick. Die Mädchen, die ich kannte, liefen in zerrissenen Jeans oder extra kurzen Miniröcken herum und hätten sich eher erschießen lassen, als Rock, Bluse und Söckchen zu tragen.

Jetzt drehte sie den Kopf und sah in meine Richtung. Sie war zu weit weg, um mich hier hinter dem Fenster erkennen zu können, aber ich fühlte ihren Blick auf mich gerichtet wie einen Laser.

„Adrian! Kommst du?“

Jonathans ungeduldiger Ruf ließ mich zusammenzucken. „Ich bin unterwegs!“, schrie ich, und als ich mich noch einmal zum Fenster drehte, was das Mädchen fort und die Tür wieder geschlossen.“

Copyright © Susanne Gerdom 2013, (erscheint voraussichtlich am 02. Februar bei Bloomoon)

Was soll ich sagen? Ich kenne Das Haus am Abgrund zwar noch nicht, aber es ist von Susanne Gerdom und mehr muss ich nicht wissen, um es haben zu wollen.

Auf bald mit hoffentlich neuen spannenden News und Insiderhäppchen!

Viele Grüße

2016 Clee signatur

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Jul
    Jan 10, 2013 @ 17:27:39

    „Teufelsherz“ wird gekauft!

    Antworten

  2. Merle
    Jan 10, 2013 @ 18:02:08

    Du bist so fies. Kaum dem Tod entrungen schon verführt sie wieder zum Lesen. Das heißt für mich zwei neue Pflichlektüren.

    Antworten

  3. Maris
    Jan 10, 2013 @ 18:03:08

    MUSS BEIDE HABEN!

    Antworten

  4. cleesbuecherwelt
    Jan 21, 2013 @ 20:20:42

    @alle: Ätsch, eines der beiden hab ich immerhin schon. ;D Das andere muss aber auch definitiv her.

    Antworten

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