[Buchfriedhof] Eve Silver – Jump: Das Spiel 1

Jump: Das Spiel 1

von Eve Silver

FJB, 2014

Klappenbroschur, 416 Seiten

ISBN: 384142158X

14,99 €

Leseprobe

Miki Jones kommt bei einem Unfall ums Leben. Doch sie kommt wieder zu sich, an einem Ort, der Lobby genannt wird. Aus ihrem Alltag wurde sie durch Raum und Zeit in eine Art Spiel gezogen, in dem sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen furchteinflößende Wesen bekämpfen muss. Teammitglied Luka, ein Schulfreund, erklärt ihr, dass sie weiter ihr gewohntes Leben führen kann, außer wenn sie auf Mission im ›Spiel‹ ist. Und sie muss jeden Einsatz in dieser anderen Welt überleben.
Es gibt keine Vorbereitung, kein Training und keinen Ausweg. Miki muss sich auf die fragwürdige Führung Jackson Tates verlassen, des attraktiven und geheimnisvollen Leiters ihres Teams. Er weicht ihren Fragen aus und hält alle auf Abstand. Jeder spiele für sich, lautet sein Motto. Doch dann nimmt das Spiel eine tödliche Wende, und Jackson bringt sich selbst in extreme Gefahr, um Miki zu schützen.

~*~

Eigentlich mag ich es überhaupt nicht, ein Buch vorzeitig abzubrechen, da ich immer denke, dass ich ihm damit die Chance auf Steigerungspotenzial nehme und vorschnell Unrecht tue. Doch leider hat Jump – Das Spiel von Eve Silver schon so angefangen, dass mir gleich die Lust darauf vergangen ist. Der Prolog hätte grandios sein können, wenn da nicht die vorgestellte Mädchenclique um die Hauptperson Miki gewesen wäre. Ich kam nur schwer aus dem Augenrollen heraus, während die Mädels über ihr einziges Interessensgebiet schwadronierten – das Aussehen von irgendwelchen Kerlen. Die Muskeln von irgendwelchen Kerlen. Die Pilotensonnenbrille von einem Kerl, die natürlich viel Diskussionsbedarf bietet und ihn als scharf outet … Mal ganz ehrlich. Ich bin noch nie einem Mädel begegnet, das sich für nichts anderes als Jungs interessiert. Und bin auch heilfroh darum, denn so eine Begegnung stelle ich mir ziemlich gruselig vor.
Miki war da zum Glück ein ganz anderes Kaliber. Sie erduldet das Geschwafel ihrer Freundinnen vielmehr als sich daran zu beteiligen. Sie war sozusagen meine große Hoffnung und hat sich auch glänzend in dieser Rolle gezeigt bis … es zum Anfang des ersten Kapitels ging. Miki erwacht gerade nach einem traumatisierenden Ereignis. Natürlich versucht sie sich erst einmal zu orientieren, etc., doch DANN sieht sie ihn über sich. Und auch wenn sie beteuert, dass sie ihn nur anstarrt, weil er eine Pilotensonnenbrille trägt [Hm, weil er sich gerade über dich beugt, ist kein Grund?], geht der nachfolgende Gedankenganz so weiter:

„Sein Äußeres sollte im Augenblick eigentlich das Letzte sein, was mich interessiert.“
[Ganz richtig, kluges Kind.]
„Aber es fällt mir trotzdem auf.“
[*seufz* Na gut, machen wir es kurz und schmerzlos.]
„Nicht weil er schön ist, obwohl er das ganz eindeutig ist.“
[Was auch sonst …]
„Er ist ungefähr in meinem Alter und hat den breitschultrigen, schlanken Körperbau, der die Blicke der Mädchen auf sich zieht.
[Woah, er hat einen Oberkörper? *verständnisvoll nick* Das ist hin und wieder sicherlich von Vorteil.]
„Seine langen Haare sind hellbraun, durchzogen mit goldenen und honigfarbenen Strähnen, und rahmen in kunstvoll zerzausten Stufen seine hohen, wie gemeißelten Wangenknochen ein.“
[Engel Gabriel?]
„Doch der Teil seines Gesichts, der mich am meisten interessiert – seine Augen – ist hinter einer verspiegelten, altmodischen Pilotensonnenbrille verborgen.“ (Silver, Jump – Das Spiel, S. 24)
[Ah, ne, mein Fehler. Einer der erwähnten scharfen Kerle. Zum Glück hast du die Brille erwähnt, sonst hätte mir ja entgehen können, dass ihn wirklich alle Mädels wunderhübsch finden …]

Was danach geschieht, weiß theoretisch zu fesseln. Miki wird unfreiwilliger Mitspieler in einem Spiel auf Leben und Tod. Außerirdische Wesen bedrohen die Menschheit. Nicht-Engel Gabriel weist genug Kratzbürsteneigenschaften auf, um ein tragischer Held und schmachtwürdiger Knutschpartner zu werden und dennoch … komme ich in die Geschichte nicht rein. Miki ist sympathisch, aber ich kann mich nicht für sie erwärmen. Und genauso ergeht es mir auch mit den anderen Charakteren. Es tut mir wirklich leid für die Geschichte und die Autorin, aber da ich momentan kaum Zeit zum Lesen habe, ist mir das bisschen, das mir bleibt, zu schade, um an Büchern festzuhalten, die mich nicht richtig begeistern können. Die oberflächliche Portraitierung vieler Charaktere, auch wenn sie nur Nebendarsteller waren, hat mir einfach den Wind aus den Segeln genommen.

Für eine gute und spannende Idee und die Tatsache, dass in dieser Geschichte einige Science Fiction-Elemente zu finden sind (was durchaus häufiger der Fall sein könnte) würde ich Jump – Das Spiel bis Seite 104 zwei Kleeblätter geben. Doch da ich nicht weiter oder gar bis zum Ende gelesen habe, will ich mir nicht anmaßen, eine Bewertung abgeben zu können. Silvers Roman wandert damit leider auf meinen Buchfriedhof.

2016 Abgebrochen Clee

 

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Lorna
    Dez 11, 2014 @ 19:36:17

    XDDDDDDDDDDD Deine Gedanken zum Buch scheinen lesenswerter als das Buch selbst. Zum wegschmeißen! :-) Ich kann verstehen warum du nicht länger über Gabriel … äh Dings den Kerl lesen möchtest. Am Ende wird es gut meiner Meinung nach, aber auf die letzten drei Kapitel hat es mir auch nicht so sonderlich gefallen.

    LG
    Lorna

    Antworten

    • cleesbuecherwelt
      Dez 11, 2014 @ 19:40:38

      Hallo Lorna,

      freut mich, dass ich es dich hierher verschlagen hat und dass ich dich damit amüsieren konnte. :D So im Nachhinein, muss ich sagen, ist es ja schon ein wenig fies formuliert, aber … man denkt nun mal, was man denkt. *räusper*
      Immerhin hat das Buch dann am Ende Aufschwung bekommen, dass ist doch super. Liest du dann die Folgebände dennoch?

      LG

      Clee

      Antworten

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