[Rezension] Susanne Mittag – Die Geisterverschwörung: Mara deckt auf

Die Geisterverschwörung: Mara deckt auf

von Susanne Mittag

Ueberreuter, 2013

HC, 224 Seiten

Deutsche Originalausgabe

ISBN: 3800057344

12,95 €

Leseprobe

Früher war es Maras größter Wunsch, einen echten Geist zu sehen. Aber seit der Wunsch täglich in Erfüllung geht, will sie nur noch das Gegenteil: Ruhe vor den nervigen Geistern! Eines Tages begegnet Mara an ihrer Schule einer Geisterjägerin. Als sie ihr folgt, erkennt die Frau Maras Gabe und bietet ihr einen Job als Assistentin an. In einem alten Spukhaus kommt Mara einem dunklen Geheimnis auf die Spur …

~*~

Seit Die Messertänzerin zählt Susanne Rauchhaus zu meinen Lieblingsautorinnen. Da in letzter Zeit jedoch kein neuer Jugendroman aus ihrer Feder erschienen ist, habe ich spontan zu dem neusten Kinderbuch ihres Pseudonyms Susanne Mittag gegriffen – und wie immer hat sie mich nicht enttäuscht!
Die Geisterverschwörung: Mara deckt auf ist an eine Zielgruppe ab 10 Jahre gerichtet und das merkt man dem Buch durchaus an. Jedoch nicht, weil der Handlungsablauf zu simpel wäre. Ganz im Gegenteil! Die Geschichte um die Verschwörung entfaltet sich langsam, entblättert sich Rätsel für Rätsel und viele Details fügen sich erst gegen Ende zu einem überraschend und fulminanten Finale zusammen.
Dennoch kratzt sie immer ein wenig an der Oberfläche, was wohl an dem rasanten Erzähltempo liegt. Ich hätte einfach gerne ein paar mehr Hintergründe zu den Geistervorkommen in der Welt gehabt, ein bisschen mehr über den Ursprung von Geistererscheinungen erfahren, aber da das hier ja ein Kinderbuch ist, fällt dieses Manko nicht wirklich ins Gewicht.

Die Idee ist ebenfalls nicht die neuste: mit technischem Equipment ausgerüstete Geisterjäger und Kinder mit der Gabe, Spukgestalten sehen zu können. Doch das tut der Lesefreude keinen Abbruch, denn diese Art der Geisterbekämpfung scheint logischer in der heutigen Welt als … Ausräucherungsverfahren oder so. Hinzu liegt der Fokus des Buches eindeutig auf etwas anderem, nämlich dem Humor. Diesen weiß die Autorin gekonnt in spritzigen Dialogen und urkomischen Situationen zu verpacken, sodass einem während dem Lesen dauerhaft ein Grinsen im Gesicht klebt. Die Idee, ein „Geisterhirn“ zum Mogeln bei Klassenarbeiten zu benutzen, ist ja mal genial – wo bekomme ich so einen Geisterfreund her? Zweimal zum Mitnehmen bitte! Obwohl so eine Situation durchaus auch Nachteile mit sich bringt und in manchem Fall würde ich dann doch weniger gern in Maras Haut stecken … Besonders, wenn sich die Ereignisse mit den Geistern plötzlich zuspitzen und es wieder schaurig und gruselig wird. Hui!

Ich fand, dass Mittag die Stimmen ihrer jugendlichen Protagonisten außerordentlich gut getroffen hat – sie klangen altersgerecht, nicht wie kleine Erwachsene, die nach Skript sprechen.
Zudem werden Themen wie Freundschaft und Loyalität altersgemäß aufbereitet, ohne den jungen (oder in meinem Fall nicht mehr ganz SO jungen) Leser mit der Nase darauf zu stoßen. Es war herrlich mitzuerleben, wie sich Mara und ihr technikfixierter Mitstreiter zunächst aus der Not (Maras Not wohl eher, dank dem kleinen Erpresser) und dann doch aus einer langsam erblühenden Freundschaft zusammentun. Durch diese „Beziehung“ kommt das Buch ganz ohne Liebesgeschichte aus, was es einem männlichen Publikum zugänglicher machen dürfte. Obwohl ich einer solchen bei den beiden Helden hier nicht abgeneigt wäre … *hust* – *ins Buch flüster: Go for it, Mara!*

Mara ist wirklich der absolute Sympathieträger, mutig und rechtschaffend. Ein Mädchen, das ich gerne zur Freundin gehabt hätte und deren Neugier mir sehr vertraut ist. Ihr keckes Mundwerk würde ich auch nicht abschlagen, sollte es mir mal angeboten werden. ;)
Ebenso schnell wie sie schließt man ihre durchsichtig undurchsichtigen Geisterfreunde Adrian und Emilia, deren körperlich etwas mehr gefestigten Jäger und Maras unverhofften Wegbestreiter Lucas, den Computerfreak, ins Herz. Na ja gut, letzten vielleicht ein wenig später, was einen guten Grund hat, aber ihm sei verziehen. ;) Sämtliche Charaktere, auch die Bösewichte, sind facettenreicher als ich erwartet habe.
Dazu runden Mittags lockerer Schreibstil, gepaart mit den humorvollen Weisheiten des Prometheus Schröder in den Kapitelanfängen das Bild zu einem herrlich vergnüglichen und witzig spritzigen Leseabenteuer ab.

Also, wo ist die kleine Schwester, der ich dieses Buch vorlesen kann? Wer meldet sich freiwillig für die Rolle? … Keiner? Na gut, es eignet sich auch ganz wunderbar für Leser meiner Altersklasse.

~*~

 

© Susanne Mittag

Susanne Mittag wurde 1967 in Nordrhein-Westfalen geboren, ist dann aber etliche Male umgezogen. Nach Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg. Bei so vielen Umzügen brauchte sie etwas, das sie immer mitnehmen konnte – und so kam sie zu ihren Geschichten, die irgendwann den Weg aufs Papier fanden. 2001 machte sie ihr Hobby zum Beruf. Susanne Mittag lebt als freie Schriftstellerin mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Esslingen.

 
Hier geht es zur HP der Autorin: KLICK!

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